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sprichworte der neuzeit teil 1

"wer nichts wird,
wird blogger."


.
jafa am 20.2.14 13:34


die favstar-falle oder warum wir alle unseren favstar-account löschen sollten.

ein paar wenige tweets habe ich doppelt gebracht während meiner dreijährigen twittermitgliedschaft, aber nur ein einziger, wahrscheinlich immer in leichter abwandlung, bestimmt mindestens dreimal.

"twitter wäre so viel interessanter ohne favstar."

gefaved wurde der so gut wie gar nicht, logisch: er wurde nicht verstanden. ausser von zwei, drei leuten vielleicht. mehr nicht. folgendes gibt es im netz bestimmt irgendwo ausführlicher erklärt, sonst bei rolf dobelli oder so.
vereinfacht ausgedrückt, geht es um folgendes: favstar ist ein belohnungssystem und belohnungssysteme funktionieren nicht.
warum?
weil man, durch den fokus auf das, was belohnt wird, den blick auf anhieb nebensächlich erscheinendes, in wirklichkeit aber mindestens ebenso wichtiges, wenn nicht gar wichtigeres verliert. oder auf twitter umgemünzt: man schreibt immer mehr, was auch viel besternt wird, egal welcher qualität es angehört. echte qualität wird vernachlässigt.

nun gut, mögt ihr jetzt vielleicht denken, so falsch ist das ganze ja gar nicht einmal, aber muss man deswegen gleich den account löschen? man kann favstar ja schliesslich einfach ignorieren und gut ists.
könnte man, aber wieso sollte man nicht gleich löschen, wenn man es eh nicht braucht? regelmässig ist auf twitter zu lesen, wie scheisse das programm der privaten fernsehstationen wäre, wie tief das niveau ect. die frage ist nur, woher wissen die leute das? weil sie es schauen klar. und solange es geschaut wird, so lange die quote stimmt, ist es den verantwortlichen scheissegal, was die leute davon halten.
so weit der geschlagene bogen, jetzt noch eine kurze anekdote dazu:

vor siebeneinhalb jahren habe ich das privatfernsehen vom fernseher wegprogrammiert. ich regte mich immer mehr auf über das verblödete und verblödende Programm, die unfassbar viele werbung und darüber, dass ich mich immer wieder mal dabei ertappte, wie ich beim zappen doch mal an diesm stumpfsinn hängengeblieben bin.
zu anfang war es natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. das eine oder andere habe ich noch kurz vermisst, doch dann habe ich mich recht schnell nicht nur daran gewöhnt, anderes zu schauen, nein, ich habe viel anderes, wirklich gutes entdeckt. ich schaue nun was mir gefällt und nicht mehr das, worüber alle anderen reden. ähnlich ging es mir nämlich schon immer bei der musik oder bei kinofilmen. Was der breiten Masse gefällt, damit kann ich nur selten etwas anfangen. bei twitter ist das nun gar nicht so wahnsinnig viel anders. man darf nicht denken, dass das, was viele sterne bekommt, auch qualitativ zum besten gehört, was twitter zu bieten hat.

dieses favstar-phänomen existiert übrigens nur, und mit nur meine ich ausschliesslich in in einer kleinen ecke des deutschsprachigen raumes. in unserer ecke. dank uns können sie die preise der pro-mitgliedschaft erhöhen. dank uns können die sich eine goldene nase verdienen mit ihrem quatsch.
schaut euch mal die top-tweets internationaler promis an. ich habe mal einen tweet von amy macdonald, in dem sie kommentarlos ein bild ihres aktuellen guinness postete retweetet. zwei meiner follower haben es gafaved. mit 5 faves und 2 retweets ist der immer noch auf ihrer favstar best of-seite.
bei 75'000 follower wohlgemerkt.

favstar ist unwichtig.

aber zugegeben: favstar ist verlockend.
als ich frisch zu twitter stiess, war ich noch skeptisch, denn schon damals in den foren habe ich für die abshaffung dieser bescheurten sternchen, die lediglich anzeigten, wie viel jemand schon gepostet hat, aber dauernd als irgendwelche Statussymbole betrachtet wurden,plädiert.
ich hatte also eine einstellige followerzahl, als mich einer mit fünfhundert followern entdeckte und empfahl. einer mit 500 war für mich damals recht gross und ich war und bin ihm heute noch dafür dankbar. ich habe ihn gefragt, was es mit diesem favstar so auf sich hat und er hat mir geantwortet: "... ich schaue halt einfach gerne am ende des tages kurz rein, was den leuten gefallen hat." das leuchtete mir ein und so hielt ich es auch immer. (und so halte ich es manchmal auch heute noch - denn das geht ja auch ohne favstar.)
aber zu diesem zeitpunkt war ich bereits ohne es zu merken in die fav star-falle getappt.

flache gags und wortspiele wurden besternt wie blöd. gute sogar geretweetet. das gefällt einem natürlich schon. und dann irgendwann mal der erste fünfziger. wow. man schreibt mehr flachwitze und wortspiele, auch wenn es etwas nervt, dass ernsthafte sachen, die einem persönlich wichtig sind, etwas untergehen. sterne sind schön. der erste fünfziger. ich erinnere mich noch gut. dann irgendwann der erste hunderter. wow. das macht schon spass. irgendwann der erste pick. wieder wow! man holt sich pro, man will selber picken. denn man wird zurückgepickt. die leute bedanken sich bei dir. das ist wie eine empfehlung. man bekommt immer mehr follower. die ersten fünfhundert, sechshundert, bei sechshundertsechsundsechzig wieder eine empfehlung. "der sollte aber siebenhundertsiebenundsiebzig haben." je mehr follower man hat, desto schneller wächst die zahl. ich habe hochgerechnet, dass ich, wenn ich so weitermachen würde, zwei jahre nach anmeldung die tausend knacken würde und das mit den schlimmen replys würde anfangen, wie viele der "grossen" immer sagten. doch das war nur ein kleiner von mehreren gründen, weshalb ich beschloss, mein tweetverhalten zu ändern. ich wollte nicht mehr für sterne twittern, nicht mehr lustig sein, um zu gefallen. twittern wollte ich nur noch für mich und dabei würde es mir ein vielfaches mehr freude bereiten, wenn das dann zwischendurch auch mal jemand anderem gefällt.

(ich weiss, ihr werdet jetzt alle sagen: "das mache ich auch so.", schon klar.
also, dann löscht euch doch bei favstar. so etwas glaube ich nämlich absolut leuten wie @Einstueckkaese oder
@oOtrinityOo oder @peterbreuer. leuten, die mich mit ihren tweets erst überhaupt darauf gebracht haben, dass man via einem einfachen tweet seinen account löschen kann.



und ihr werdet jetzt sagen: "ja, die habens auch leicht, so gross wie die sind." und damit zugeben, dass ihr auch gerne gross wärt. und dagegen ist auch gar nichts zu sagen. nur: das geht, wenn ihr interessante tweets schreibt, auch ohne favstar. zugegeben, einiges langsamer aber mit guten tweets werdet ihr auch so besternt und retweetet und empfohlen. und das werde ich auch gerne. ich mag, wenn man mich besternt und freue mich wie blöd, wenn ich retweetet werde. auf Empfehlungen allerdings hoffe ich, da ich dies selbst auch nicht mehr tue, natürlich nicht mehr.

soweit der einschub. zurück zur umkrempelung meines tweetverhaltens. (die favstar account-löschung war ja erst neulich) also:

ich habe von den ca. 250 leuten, denen ich folgte ca 200 von denen ich das gefühl hatte, (zurecht oder zu unrecht) das "lustige" wäre aufgesetzt oder aufmerksamkeitserhascherei, entfolgt. vor allem waren das "grosse", die praktisch alle umgehend zurückentfolgten. (einen weiteren rutsch follower verlor ich, als diese dann merkten, dass ich wesentlich weniger geblödel und immer noch gleich viel kritisches poste.) damit habe ich gerechnet, es war mir schnurz und es war ein erster schrit richtung freies drauflosposten. favstar habe ich, wie gesagt noch genutzt. so habe ich zum beispiel ab und an mal auf eine favstar-best of-seite eines profils geklickt, wenn mir etwas interessantes retweetet wurde um einen überblick zu bekommen, ob betreffender account folgenswert war.
doch dies ist der wohl weitverbreitetste trugschluss favstar betreffend überhaupt. die best of-seiten sind oft, eventuell sogar meistens überhaupt nicht repräsentativ. ich bin irgendwann dazu übergegangen zusätzlich auch noch die aktuellen tweets zu lesen, um mir ein bild machen zu können. unterdessen handhabe ich das nur noch so. ich habe mich nämlich je länger je mehr über meine best-of seite genervt. die wurde, wie man sich vorstellen kann, immer unrepräsentativer. ich habe einige 50er und 100er-tweets gelöscht, weil sie mir nicht mehr gefielen, aber tatsäch eine offenbarung war es, als ich die "...please opt-out my account..."-tweets, der bereits oben erwähnten jungs sah.

ich weiss, wie bescheuert kitschig das jetzt klingt, aber seit der löschung meines favstaraccounts, twittere ich gleich noch einen tick befreiter. wirklich.

"Cause I'm as free as a bird now,
And this bird you'll never change.
And this bird you can not change."

Lynyrd Skynyrd


abspann:

einer muss noch erwähnt werden: der 500er account, der mich damals empfohlen hat und mir, wie die anderen drei da oben, trotz dem ganzen generve, das ich immer wieder mal vom stapel lasse, immer noch folgt, war @GebbiGibson.
merci euch allen!

ja, es ist fertig. der rest liegt jetzt bei euch.



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kickblock am 6.1.14 10:38


kommentar zur aktuellen politischen lage [remixed]

okay, ich kenne mich mit der deutschen politischen lage zu wenig detailiert aus um hier einen umfassenden bericht abliefern zu können, aber was ich so mitbekomme, ist es das selbe wie überall.
es gibt eine rechte und eine linke sowie eine mitte und egal, wer mit wem koaliert und gerade an der macht ist, sie machen es scheisse und nächstes oder spätestens übernächstes mal werden also wieder die anderen gewählt, bis man ein paar jahre später wieder merkt, dass die das auch nicht auf die kette kriegen und wieder die anderen eine chance bekommen und so weiter und so fort...

die frage lautet nun also: "was soll ich denn nun bitteschön wählen, zum teufel?"



gut, also erst mal: nicht oder ungültig zu wählen aus protest, klingt ja auf anhieb ziemlich cool, ist aber eigentlich schon fast sehr bescheuert.

wer nicht wählen geht, wählt, da er ja keinen einfluss auf das ergebnis nimmt, automatisch das, was gewählt wird.

was also tun, wenn man nun weder die regierungskoalition, noch die opposition guten gewissens unterstützen kann?
die piraten protestwählen, wie es hier letztens von jemandem, der denen, ausser dass sie mp3 files richtig downloaden können, so ziemlich gar nichts zutraut, vorgeschlagen wurde?
das klingt schon so gut, dass da schon leute mit grossem namen darauf reingefallen sind. "grosse", die täglich noch schlechtere witze über die piraten reissen, als ichgerade eben, haben das sogar retweetet.
aber warum?

ganz einfach: auch sie haben sich bloss von jemandem, der rhetorisch gut argumentieren kann einlullen lassen.

etwas zu wählen, hinter dem man nicht steht ist komplett verblödet, das muss hier hoffentlich nicht einmal näher erläutert werden.



trotzdem ist die idee des protestwählens natürlich gut.

es gibt an die 30 zur wahl zugelassene parteien in deutschland. unter anderem sachen wie "Aktive Demokratie Direkt", "Initiative direkte Demokratie" oder "Volksabstimmung" deren höchstes ziel es wahrscheinlich ist, in deutschland eine direkte demokratie, so wie wir sie in der schweiz kennen, zu installieren. das wäre doch cool, dann könnte man zu allem eine volksinitiative lancieren und was das volk bestimmt, muss dann von der regierung umgesetzt werden.
also mir persönlich ist es schleierhaft, wie man so etwas nicht unterstützen kann. vor allem wenn man im netz täglich den untergang der demokratie bemimimit. aber auch die "ödp", oder "Die Freiheit" klingen doch ziemlich vielversprechend. keine ahnung, was davon man jetzt alles wählen kann, aber irgend etwas ist bestimmt für einen dabei. logisch, gibt es wahrscheinlich keine partei, die zu 100% deine interessen vertritt. aber solche die es mehr, und solche, die es weniger tun. auf jeden fall ist mir nicht ganz klar, weshalb alle meinen, man hätte lediglich die wahl zwischen hunde- und katzenscheisse.
alternativen gibt es jedenfalls genug und wer keine alternative, (egal aus welchem grund, inklusive: "bringt doch eh nix, ne kleinpartei zu wählen, die haben ja eh keine realistische chance." - denkt mal drüber nach) oder ungültig, oder überhaupt nicht wählt, der darf dann halt einfach nicht rumjammern, wenn es dann die, die dann dran kommen, völlig egal wer es dann sein wird, wieder versemmeln (wie immer).
oder anders formuliert:

jedes volk einer gefestigten demokratie erhält die regierung, die es verdient.

klingt abgedroschen, ist aber so.



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kickblock am 23.8.13 16:20


fragebogen für twitterer

ich würde die fragen nicht mit denen von proust vergleichen, eher mit denen von max frisch.

der bogen muss nicht ausgedruckt und ausgefüllt werden, aber versucht bitte erst ruhig zu überlegen und die frage dann ganz ehrlich für euch selbst zu beantworten.

1. wofür würden sie sich entscheiden: ein bekannter twitterer mit 5000+ followern, der ihnen folgt, auch wenn sie genau wüssten, dass er nie etwas von ihnen lesen wird
oder
ein unbekannter kleiner, von dem sie wissen, dass er alles von ihnen lesen wird?

2. angenommen, sie könnten einen tweet schreiben, von dem sie wüssten, dass er ihr absoluter neuer top tweet werden wird inklusive leaderboard. sie müssten dafür 5% ihrer follower abgeben. würden sie den deal eingehen?

3. wieviele leute, die sie über twitter kennen, aber noch nie persönlich getroffen haben, würden sie als freunde bezeichnen?

4. warum?

5. weshalb denken sie, werden sie gefavt?
a) der favende möchte auf sich aufmerksam machen.
b) der favende ist ihnen schon bekannt, aber sie haben ihn schon länger nicht mehr gefavt.
c) der favende revanchierte sich dafür, dass sie ihn letztens mal gefavt haben.
d) der favende fand ihr tweet gut.

6. wieviel prozent aller favenden, denken sie, faven aus diesem grund?

7. weshalb (denken sie das)?

8. wie oft pro tag schauen sie auf ihre eigene favstar-seite?

9. haben sie schon einmal eine accountlöschung in erwägung gezogen?

10. welche aussage trifft am ehesten auf sie zu?
a) ich halte mich bei kontroversen themen mit meiner meinung zurück.
b) ich versuche mein selbstmitleid zu unterdrücken.
c) ich habe das gefühl durch twitter etwas zu verpassen.
d) aufs leaderboard zu kommen ist ein ziel.

11. wie ehrlich denken sie, dass die leute zu ihnen sind?

12. was denken sie, wie einfach oder schwierig es ist, auf twitter mankos des realen lebens zu kompensieren?

13. falls sie nicht zu den "popular people" gehören:
was trauen sie denen zu, was die "kleinen" nicht können
und warum?

14. falls sie zu den "popular people" gehören:
was denken sie, weshalb sie dort sind und kleinere mit vergleichbaren tweets, die schon länger dabei sind als sie, nicht?

15. angenommen, sie könnten 10% neue, absolut echte und aktive follower bekommen. nicht auf einen schlag, sondern schön langsam verteilt, völlig unauffällig. dafür müssten sie innerhalb ihrer nächsten 100 tweets nur 3 tweets schreiben, die nicht mit ihrer persönlichen überzeugung (persönlichen, nicht der, der rolle, die sie hier spielen) einhergehen.
würden sie den deal eingehen?

16. warum ? (warum nicht?)

17. wie viele echte freunde haben sie?

18. was denken sie, wie werden sie ihre heutige zeit bei twitter in 10 jahren am ehesten beschreiben?
a) unterhaltsam
b) unwichtig
c) lehrreich
d) zeitverschwendung

19. ist es ihnen bewusst, dass sie sich auf twitter in gewissen situationen anders verhalten, als im richtigen leben?

20. warum? (warum nicht?)

21. würden sie sich selbst als erfolgreichen twitterer bezeichnen?

22. wie definieren sie "erfolg auf twitter"?

23. warum?

24. wieviel zeit, für die sie jemand entlöhnt, zeit, die also nicht ihre freizeit ist, sondern auf die jemand anders anspruch hat, verbringen sie auf twitter?

25. empfinden sie das als fair?

26. falls ja, warum?

27. bei wievielen twitteraktionen haben sie sich schon beteiligt, obwohl diese sie persönlich gar nicht angesprochen haben?

28. welche vorteile erhoffen sie sich durch reges kommunizieren mit anderen usern?

29. welche beschreibung trifft auf diese fragen am ehesten zu?
a) unwichtig
b) interessant
c) unangenehm
d) entlarvend

30. denken sie jetzt über eine accountlöschung nach?

31. warum? (warum nicht?)


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kickblock am 5.2.13 16:55


nur ein kleiner abschiedsbrief

so. es hat sich ausgetwittert. nun definitiv.
ich werde den account nicht löschen. ich werde wieder vermehrt bloggen und, da es ja anscheinend keine blogrolls mehr gibt, beziehungsweise diese nicht mehr dazu genutzt werden, um sich eine stammleserschaft aufzubauen, twitter wohl oder übel dazu nutzen müssen, um auf meine blogposts aufmerksam zu machen.
hier wird es weitergehen wie früher zu den guten alten social media-kritischen tagen. heute kann ich noch besser darüber ablästern als früher. ich habe twitter zwei jahre genutzt und das system recht schnell durchschaut.
wer also twitter immer noch nicht verstanden hat, hier die erklärung:

es geht darum möglichst viele lustige sprüche abzusetzen und möglichst viel mit möglichst vielen leuten zu chatten, damit man möglichst viele follower bekommt und möglichst viele sterne, die bedeuten dass man lustig ist.
die sprüche sollen nicht geklaut sein, sondern bitteschön selbst ausgedacht. man liest hier lieber schlechtes selbsterdachtes als gutes geklautes.
wirklich gut sind hier eine handvoll. der rest ist komplett unlustig (logisch, wenn sie lustig wären, wären sie ja comedians oder gagschreiber und würden nicht in einem muffigen büro arbeiten) aber das sagt ihnen natürlich keiner. niemand will ihnen ihre illusion rauben. so wie keiner den jungen leuten in den casting-shows, die man hier übrigens, wie das gesammte "unterschichten-fernsehen" scheisse findet - wieso man es trotzdem schaut, weiss man selbst nicht, sich traut zu sagen, wie schlecht sie sind.
kurz: es geht darum, sich bei wildfremden leuten einzuschleimen, auf dass diese sich mit sternen revanchieren.
die bestätigung dafür, dass man zu etwas taugt, die einem im richtigen leben untersagt bleibt.

alles also genau so wie vor twitter vermutet.
nichts also für mich. mir ist meine kostbare zeit für so nen quack zu schade.
ich werde meine timeline nochmals etwas zusammenstreichen, nochmals werden mich 98% der entfolgten zurückentfolgen. nochmals auch alle, die andauernd behaupten, wie arm sowas sei und soweiter und so fort, blah blah, blah...
ich werde meine timeline und auch meine einzige liste nur noch sporadisch durchscrollen, aber wenn mir mal was gefällt auch faven.
es gibt immer noch gutes zeug da draussen. meine sterne haben mehr wert denn je und als letzte handlung meiner in zehn tagen ablaufenden favstar-bonusfeatures, die ich nur hatte, um meine eigenen tweets besser verwalten zu können, mit denen ich aber auch ehrlich gesagt auch sehr gerne mal ganz besondere beiträge bepokalisiert habe, werde ich einen tweet zum tweet des tages ernennen (was bei mir ja fast schon einen "tweet des monats"-stellenwert hat), der für mich so passt, wie sellten einer zuvor und mit dem ich mich auch verabschieden möchte:

https://twitter.com/schtift/status/286444729481187329


ps:
dieses post widme ich der handvoll leute, die verstanden haben, dass ich sie auch ohne zu folgen und inflationär zu besternen gerne lese!
ihr wisst, wer ihr seid.
<3


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kickblock am 2.1.13 17:20


von der coolness menschen zu hassen

keine ahnung, wo dieser furz jetzt wieder herkommt. am herbst kann es nicht liegen. wahrscheinlich schreibt es einfach wieder mal einer der anderen ab oder übersetzt irgendetwas selbst, ohne irgendetwas gegoogelt zu haben und schwupps, wollen plötzlich alle die menschen hassen.

natürlich, wir alle finden menschen doof, (obwohl man sich da ja auch mal fragen könnte, ob, wenn alle alle doof finden, nicht einfach alle doof sind. aber egal.)
"ja ja" sagt ihr, "schon klar. nein, ich hasse menschen wirklich." und "also bei mir war das schon immer so. wirklich."
ja klar.
leute, ich kann euch beruhigen. ihr hasst keine menschen! wirklich.
weshalb ich das weiss?
nun, ganz einfach:

-wer menschen hasst, geht nicht jedes wochenende mit ihnen feiern.
-wer menschen hasst, geht nicht auf festivals mit 100'00 menschen.
-er geht auch nicht auf festivals mit 50'000 oder 20'000 menschen. (wir erinnern uns: er hasst menschen.)
-demnach geht jemand, der menschen hasst nicht mal auf blogger- oder twittertreffen.

und leute, ihr seid wirklich putzig.

-wer menschen hasst, ist doch nicht bei facebook!
und nein, auch nicht weil "man kommt ja nicht mehr drum rum heutzutage. es erleichtert halt die kommunikation."
(klar. ihr hasst menschen, deshalb habt ihr auch das bedürfnis mit ihnen zu kommunizieren. - so logisch.) oder noch lustiger "wegen der vereine."
hallo?! leute, die menschen hassen, sind nicht in vereinen!

aber das wisst ihr natürlich alles selbst.
was ihr vielleicht nicht wisst, aber auch das könntet ihr wissen, wenn ihr euch einmal etwas anderes anschauen würdet als tatort und scripted castingschows, ist, was hass so anrichten kann in der welt und dass hass ganz bestimmt nicht cool ist.

"ah ja gewalt und krieg. stimmt, das ist doof."

ja. seht ihr, ihr findet menschen doof.
das ist ja auch schon ein bisschen cool.

gut. freut mich, helfen gekonnt zu haben.
peace, love and happiness.
j.



.
kickblock am 23.9.12 02:19


ich bin stolz doof zu sein.

hallo.

letztens habe ich hier erklärt, weshalb man nicht zu geburtstagen gratulieren kann. (weil eine gratulation eine leistung voraussetzt. eine geburt setzt zwar natürlich diverse leistungen voraus, dies jedoch von anderen menschen, nicht desjenigen, der geboren wird. der flutscht raus und gut ists.)

und heute erkläre ich euch, wie das mit dem stolz so ist.
das ist nämlich ganz ähnlich. das ist so:
auch stolz sezt eine leistung voraus. auch hier muss es nicht zwanglsläufig die eigene sein. so wie ich der hebamme oder den beteiligten eltern zur oben erwähnten geburt gratulieren kann, so kann ich auch auf diese stolz sein. vor allem wenn es sich um meine eigenen eltern handelt. aber auf mich und meine geburt kann ich genauso wenig stolz sein, wie mir jemand dazu gratulieren kann. auch nicht jahre später.

so. wenn ich nicht auf meine geburt stolz sein kann, kann ich logischerweise auch auf nichts stolz sein, das irgendwie mit ihr zusammenhängt, denn für all das kann ich nichts. dafür, wo ich geboren wurde zum beispiel.

eines meiner lieblings-shirts, das ich immer noch gerne anziehe und das jeweils dem gesammten personal ein lächeln ins gesicht zaubert, wenn ich mal dort bin, ist dieses hier:



ihr merkt nun wahrscheinlich schon, worauf ich hinaus will. man ist natürlich nicht stolz darauf, in einem spital zur welt gekommen zu sein und nicht in einer verdreckten wellblechbaracke in somalia, sondern froh.

also liebe nazis, ich weiss, es kommt etwas weniger cool rüber, unter einem aufnäher mit der landesflagge, "ich bin froh deutscher, (schweizer, oder wasauchimmer) zu sein." stehen zu haben, aber so schreibt es die deutsche sprache, auf die ihr doch auch so stolz seid, nun mal vor.

in diesem sinne:

prost!




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jafa am 10.9.12 12:56


Vorprogramm

Ich weiss, ich habe einen Beitrag zum Thema Twitter versprochen. Der wird relativ gross, ist fast fertig und kommt demnächst. und bis dahin was kleines als Appetizer. Viel Spass.


*
Jeder kleine Nerd auf Erden
Hat Chancen, ein Hipster zu werden
Den Blick aufs iPhone fragst du dann
wo man sie so sehen kann

Wenn die Normalos schlafen gehen
kann man uns am iPad sehn
Wir loggen uns auf Facebook ein

Gott weiß ich will kein Hipster sein

Sie machen Home Office zum Schein
Zieh'n sich den neuesten Indie rein
Sie müssen sich ans MacBook krallen (ganz fest)
damit sie nicht vom Hocker fallen

Und bevor wir schlafen gehen
woll'n wir den neuesten Tatort sehen
Wir pfeiffen uns Club Mate rein

Gott weiß ich will kein Hipster sein

Wenn die von Studi-VZ schlafen gehen
kann man uns noch online seh'n
Wir sind auf YouPorn, sind allein

Gott weiß ich will kein Hipster sein
*

[frei nach rammstein]

.
jafa am 20.5.12 01:14


wir haben nochmals 10 twitterer gefragt

"was ist Twitter für dich?" (antwort in max. 140 zeichen)

nachdem diese aktion vor genau 3 monaten auf so viel positives feedback gestossen ist, war schnell klar, das wir das irgendwann mal wiederholen wollen. nun ist es soweit. @DerFloyd war sofort wieder mit am start und hat ebenfalls sehr interessante persönlichkeiten bei sich drüben. also klickt wieder unbedingt auf den link am schluss des beitrages.
und klickt auf die bilder oder namen der folgenden leute, um ihnen zu folgen. denn auch diesmal ist das ganze natürlich auch als #FF zu verstehen.
entstanden ist nämlich eine weitere wirklich interessante zusammenstellung grossartiger antworten.

meine wär ja:

"twitter ist einfach meine allerliebste zeitverschwendung."

aber das können andere besser. lest selbst:


"was ist Twitter für dich?"


@colourfulzebra

"Twitter ist wie ein Dachboden voller Gerümpel. Viel unbrauchbares und kaputtes Zeug. Aber wenn man sucht, findet man auch richtige Kleinode."


@flederzombie

"Mein kleines Häuschen am Rande des Wahnsinns: Geschlossene Abteilung im Keller, Kunstausstellung aufm Dach, Wortspielplatz, Sex-& Gefühls-Chat."


@einsunterpar

"Twitter ist die kleine, geheime, schmutzig-verruchte Affäre in meiner rechten Hosentasche."


@kullerfieps

"Twitter. Der Alltag der anderen."


@jardinduvin

"Twitter ist für mich meine eigene digitale Kleinkunstbühne und das beste Genussmittel-to-go."


@mittelschicht

"Twitter: das Gymnasium unter den Social Networks. Nicht jeder sagt, aber jeder meint, das wir was Besseres sind. Nein? Iih, ein Tippfehler!"


@dudeldidumm

"Kindergartengruppe meiner Wortheimat.
Hier kann ich zankentanken, schmollentollen, wütenbehüten, verschmerzenherzen. Ich sein."


@nutellagangbang

"Twitter ist mein digitales Notitzbuch. Nur dass kleine bunte Bilder Feedback geben, die von sich selbst behaupten, echte Menschen zu sein."


@atomazing

"Twitter ist, wenn du Twitter in einem Tweet beschreiben sollst und all die Liebe nicht in 140 Zeichen passt."


@Phosphatstange

"Twitter? Nein, ich habe einen Penis."



vielen dank an alle, die mitgemacht haben.

und nun lest zehn weitere antworten zu der frage in floyds blog. hier: http://floydbloggt.blogspot.com/ gute unterhaltung.




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kickblock am 10.4.12 17:05


das twitterlied

auf mehrfachen und penetranten wunsch hier nun exklusiv
komplett und inklusive zweier brandneuer strophen:



wir hassen den montag
wir lieben das mett
wir twittern vom klo aus
und bleiben sonntags im bett

wir ehren das einhorn
wir trinken viel bier
nutella ist öpve
sowas twittern wir hier

chorus:
mimimi gnihihi mimimimiiiiiiii gnihihihiiiiiiii
mimimi gnihihi mimimimimimimiiiiiiii

wir twittern über brüste
und penisse - ganz gross
wir twittern ohne hose
und immer wieder "prost!"

es wird geflucht, es wird gelacht
geshitstormt und gelobt
das essen getwitpict und gehacht
es wird sich ausgetobt

chorus

twitter ist unser leben
facebooker finden wir doof
wir sind die prokrastinierer
vom einhorn-ponyhof

wir twittern um die wette
wir faven wie bekloppt
und nachts im bett wird
luftpolsterfolie gepoppt

chorus repeat to fade


.
kickblock am 30.1.12 01:46


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