wirklich nicht. denn wer nicht verstanden hat, dass weder "grösse", noch "elite" etwas mit followerzahlen zu tun hat, hat mehr als nur twitter nicht verstanden. wer twitter für etwas spezielleres als die restliche unterhaltungsindustrie hält, sowieso. genau wie bei film und musik bedeutet ein grosses publikum, dass es vielen leuten gefällt. nichts anderes. dass lady gaga oder die transformers weder mit qualität, noch mit anspruch zu tun haben, ist jedem klar. jeder vollidiot weiss das, aber ausgerechnet bei twitter soll man da dann elite sein? besonders absurd wird es dann, wenn leute, die grad mal ein paar monate dabei sind und nur vierstellige followerzahlen haben, weil sie von rl-busenkumpels gepusht werden, meinen, sich dazuzählen zu müssen.
aber ich schweife ab. das soll ja wirklich kein post zum thema "twitter-elite" werden. da hat man schon komplette beiträge zu so ernsthaften themen wie internetsucht fertig im kopf und dann stolpert man per zufall über sowas hier: http://orbis-claudiae.blogspot.com/2011/11/elite.html und denkt sich:
"HOW DARE YOU?"
du hast nicht mal 3000 follower und das auch nur,weil du schon seit zweieinhalb jahren dabei bist und alles, was nicht bei drei auf den bäumen ist in grund und boden chattest und setzt dich gleich mit leuten wie @einstückkäse (8000) @mcwinkel (10'000) oder @saschalobo (80'000)
sowas IST arroganz.
sogar ein @herrtutorial, der nur verblödete lifestylevideos für kiddies postet, hat 50'000 follower.
die wirklich grossen haben sich in dieser diskussion rausgehalten, oder sie wirklich lustig kommentiert. die sich wochen später noch so äussern, als hätte ihnen irgendwer ans bein gepisst, erwecken den anschein ein wannabe-star im netz zu sein, der im realen leben vergeblich nach anerkennung sucht.
weil wieder auf den ewig selben themen rumgeritten wird
eigentlich wollte ich ja etwas zum thema internetsucht schreiben. muss das aber auf nächsts mal verschieben. ich wurde nämlich wieder mal gefragt, warum ich vegetarier sei. nicht "ah cool, wielange schon?" sondern "oh. warum?"
wenn leute heutzutage immer noch fragen müssen, weshalb jemand vegetarier ist, dann haben die doch so ziemlich gar nichts verstanden. (oder wissen noch gar nichts, weil sie die falschen zeitungen lesen und die falschen tv-sender schauen)
ich bin wahrscheinlich die höchste form des egoisten, die es gibt. jeder ist für sein leben selbst verantwortlich und soll so leben, wie er am besten zurecht kommt damit. so mach ichs und so sollen es die andern machen. aus meiner sicht machen es die die andern zwar verkehrt, aber hey - wer bin ich, denen reinzureden, wie sie zu leben haben? wenn es aber mal einer drauf anlegt und mich fragt, dann sag ich halt auch meine meinung. da sag ich dann: "ja, klar, kann man sagen, das war halt schon immer so, dass alles ungerecht verteilt ist auf dieser welt - abgesehen davon, dass das kompletter blödsinn ist - kann man das sagen, oder man kann sagen okay, wenn es schon so ist, dann trage ich wenigstens daran keine mitschuld. oder zumindest zu einem wesentlich kleineren teil als du." so. dann kommen noch die üblichen rechtfertigungen und was sie denn sonst so alles tun und blah. und ich so: "ja ja, genau." es tun ja alle was. klar. einmal im monat im bio-laden einzukaufen gehört zum guten ton und ja, der hagen rether hat ja schon recht...
sagt mal, mein ich das nur, oder finden den tatsächlich plötzlich alle gut? es kommt mir echt so vor, als wäre es richtig chic geworden, den gut zu finden. und ich frage mich, wieviele von den leuten, die den gut finden fleisch essen. wie viele von denen, wenn sie im supermarkt eier kaufen, einfach die billigsten nehmen. und bei den tomaten die grössten und saftigsten. wieviele von denen coca cola trinken oder bei mc donalds essen. nike tragen oder bei H&M oder C&A einkaufen. oder bei aldi. wieviele von denen wohl shell, BP oder esso tanken? bzw. überhaupt nicht ein bisschen viel autofahren, mehr als nötig? und ich frage mich, ob die nicht mehr rtl, sat1, pro7 schauen als arte, phönix, ard. oder eventuell sogar ausschliesslich. und falls ja, woher zum teufel die denn hagen rether kennen.
schmeisst euren fernseher raus. lest bücher. lest "das neue schwarzbuch der markenfirmen" lest "uns gehört die welt!" lest "korrupte medizin" lest "domino" lest von mir aus auch "anständig essen" oder "tiere essen"
und bekannt. (nicht zu verwechseln mit berühmt und schön oder reich und sexy.)
ein halbes jahr. so lange bin ich nun auf twitter. habe 3169 tweets abgesetzt und 3001 tweets favorisiert. ich folge 178 leuten und werde selbst von 375 verfolgt. das sagt denen, die nicht twittern jetzt überhaupt nichts. mir auch nicht. weil mir sowas nämlich piepeschnurz ist. aber ein paar twitterer scheint sowas zu beschäftigen, bzw. beschäftigen die sich mit sowas. also ehrlich gesagt so ziemlich alle. followerzahlen sind immer ein thema. "hohe followerzahlen haben, aber...", "erst so kurz dabei und schon so eine hohe followerzahl..." und nicht zuletzt: "ich kann mir echt nicht erklären, wieso du so unterfolgt bist. "unterfolgt wird tatsächlich so gebraucht. am "follower friday", an dem leute zum folgen empfohlen werden, sind plötzlich alle chronisch "unterfolgt" völlig egal, ob sie nun 20, 200 oder 2000 follower haben. auch leute mit 5000 followern sind unterfolgt. und ich sowieso. aber im gegensatz zu denen weiss ich,weshalb ich ach so unterfolgt bin: primär, und daraus leiten sich die folgenden unterpunkte ab, aus der kombination von "1. weil ich es nicht darauf anlege möglichst viele follower zu haben." und "2. weil ich ein ziemlich ausgefülltes reales leben habe."
zu eins: würde ich viele follower wollen, würde ich a) ganz, ganz vielen leuten folgen. ausser den grossen folgt bestimmt jeder 3. aus anstand, falschem pflichtgefühl oder wegen "twitter nicht verstanden" zurück. ich könnte sogar wochen später wieder viele davon entfolgen, ohne selbst gleichviele follower zu verlieren. ich müsste b) lediglich die leute, denen ich folge ab und an mal nett erwähnen oder sogar etwas per "direct message" mit ihnen chatten. schwuppdiwupp würde ich empfohlen werden wie blöd und jeden freitag wieder viele neue follower haben. wenn ich dazu noch c) alte sprüche von fun-seiten umkrempeln und posten würde, hätte ich bestimmt schon ein- bis zweitausend follower. mit d) einem sexy weiblichen avatar schon über das doppelte inklusive promis wie MC Winkel oder nils ruf (10'000 bzw. 25'000 follower). und das ist keineswegs spekulation. dem furzaccount @2_Ex_Missen folgen die beiden jedenfalls. das ganze ist genauso durchschaubar und langweilig wie früher schon die foren. nur, dass es hier keine teenies sind, die ihre soziale inkompetenz im netz zu kompensieren suchen, sondern erwachsene menschen mit erziehungsaufgaben. jedenfalls behaupten sie das. behaupten kinder zu haben. aber trotzdem sind alle singles und haben alle zeit der welt um ihr leben am comp zu verdaddeln. um zu replien und zu chatten und empfohlen zu werden und fünftausend follower zu haben und ebensoviele freunde auf facebook. reicht ja auch.
glaubt bloss nicht, dass ihr vollautomaten mich durch eure toleranz dieser verblödeten spam-attacken von hier vergraulen könnt. wenn ihr das ganze hier mal etwas professioneller gestalten würdet, wären die leute auch bereit etwas für den service zu bezahlen und ihr wärt nicht auf so einen armseligen nebenverdienst angewiesen.
an die geneigte leserschaft: die kommentarfunktion bleibt halt erstmal wieder aus. (ausser rowin wird das wohl eh niemand bemerken.) und dann geht es hier bald wieder weiter.
gleich vorweg: ich muss mein bild, das ich vor drei monaten noch von twitter hatte, gehörig korrigieren. das ist natürlich ein riesen-ding, mit den verschiedensten ecken, in denen die leute es völlig unterschiedlich nutzen.
als ich dazumals reingeschaut habe,war das ja wegen frau jekylla. sie nutzt twitter wie so viele andere auch seltsamerweise als chat. wenn man da als aussenstehender reinschaut, versteht man natürlich gar nichts, weil man nur ihre antworten lesen kann, die vorangegangenen tweets der anderen sind nicht einsehbar. so ist das ganze natürlich völlig unverständlich und somit auch sinnlos. aber egal. ich bin in ner komplett anderen ecke gelandet. in der scherzkeks und wortspiel-ecke. wenn man sich da seine richtige timeline zusammenstellt, ist das lustiger, als jeder comedian. diese ecke ist wahrscheinlich die oase im dumpsumpf. diese oase, die es überall gibt. aber die ist besonders cool. twitter ist so unglaublich schnell, dass es, auch wenn es als microblogging-dienst bezeichnet wird, eigentlich nichts mit blogging zu tun hat. viel mehr, erinnert es an die alten, grossen boards, in denen man zur rushhour 2, 3 fenster auf haben musste, um alles mitzukriegen.
naja, hier jetzt alles zu erklären, geht nicht. aber es ist idiotensicher. intuitiv bedienbar. wem mal langweilig ist, der soll es einfach mal ausprobieren. man ist schnell drin und muss sich nicht erst, wie hier, so grausam aufraffen um mal was zu schreiben. hat man mal ne furzidee, tippt mans einfach ins handy und schwupp.
jedenfalls, langer rede kurzer sinn: blogs sind tot. schon sehr lange. und twitter lebt. und darum findet mich, wer will, dort. jeden tag.
nach 7 tagen getwitter: ich habe meine meinung noch nicht geändert. ich halte twitter nach wie vor für eine perfide zeitverschwendung. genau wie in den blogs handelt es sich natürlich bei geschätzten neunzig prozent aller beiträge um belanglosen quatsch. aaaaaaaaber: 1. ist es wesentlich angenehmer zu lesen, weil man sich nicht durch halbe romane querlesen muss. und 2. ist es einfach unterhaltsamer.
folgendes hat mir zum beispiel direkt ein lächeln ins gesicht gezaubert:
ne, echt jetzt. oder? für die faulen säue, also für solche wie mich auf jeden fall. 140 zeichen was einem grad so einfällt und direkt mit dem handy. da wo's passiert. hier muss man sich ja schon nur mal überwinden den laptop überhaupt anzuschmeissen. man liest dann, wenn er ja schon mal an ist auch direkt bisschen rum und regt sich schon wieder auf. antwortet und steigert sich völlig rein. es wird ellenlang - viel zu lang für eine antwort in einem alten beitrag in einem fremden blog aber hey -das wird direkt ein eigener beitrag! schnell gecopyandpastet und beim durchlesen gemerkt, dass es doch etwas zu heftig ist und dann wird wieder zusammengestrichen bis man schlussendlich wieder nur stichworte hat und sich sagt, dass das aber doch ziemlich cool wird und morgen macht mans fertig und irgendwann hat man drei, vier von denen in reserve. und so'n quatsch hab ich grad da aber kein boch das fertig zu machen. aber ein kurze zusammenfassung vielleicht:
thema trends kompletter trugschluss wenn man daraus, dass zu ein und dem selben thema zwei bücher zeitgleich erscheinen, einen trend folgert. das war schon immer so bei bücher und filmen und hat damit zu tun, dass die scripts umgehen, um vertriebsverträge zu finden. da sieht das einer und denkt "ah cool, das mach ich direkt selber." dass man das nicht weiss, ist nicht schlimm, dass man sich das nicht selbst ausmalen kann auch nicht. heutzutage fallen schon renomierte zeitungen darauf rein. der schweizer "tages anzeiger" z.b. meinte schon einen trend zu erkennen, als zwei journalisten zeitgleich bücher rausbrachten darüber wie sie eine weile lang ohne internet lebten. auch wenn es ja eher ein armutszeugnis ist sowas überhaupt als gewaltsleistung darzustellen, so kann man den tagi-artikel ruhig lesen:
der wahre trend ist eben genau dieser: sich selbst etwas beweisen und das dann auch gleich noch aufmerksamkeitserhascherisch vermarkten. und es funktioniert. keiner merkt, dass da etwas völlig selbstverständliches bejubelt wird. und vernünftige fazite kommen auch nicht raus. nicht mal vernünftige begründungen wieso man so was überhaupt macht. (mal ehrlich, welchen anderen grund, als sich selbst zu beweisen, dass man kein alkoholiker ist, gibt es um 4 wochen nichts zu trinken?)
das ist ja, als würde ich einen monat lang twittern.
wenn man kein fleisch und vor allem biologische und regionale produkte konsumiert, weiss man eigentlich wieso man sowas tut. man tut es und gut ists. wer damit hausieren geht, nach 4 wochen wieder in die alten muster verfällt und dann behauptet, dass man so auch kein besserer mensch wird, hat nicht viel verstanden. vielleicht hilft da ja dieses buch weiter:
das muss man nicht mal aufmachen um zu lesen: "Butterfly-Effekte für Wirtschaft und Politik. Indem wir uns fortbewegen, forschen, entscheiden und unsere Bedürfnisse befriedigen, ja, selbst indem wir schlafen, stoßen wir täglich zahllose Dominosteine an und lösen damit weitreichende, manchmal unüberschaubare Kettenreaktionen aus. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik entscheiden darüber, wie die Dominoreihen angeordnet sind, doch den Anstoß geben wir selbst, knapp sieben Milliarden Menschen, jeden Tag. Jeder Einzelne ist Teil der globalen Handlungsketten und prägt somit unsere Zukunft mit - im Negativen wie im Positiven. "Domino" ist kein weiteres Buch über Nachhaltigkeit im herkömmlichen Sinn. Es stellt vielmehr den einzelnen Menschen ins Zentrum. Die Autoren des Think Tanks W.I.R.E. analysieren mit unverstelltem Blick die Tätigkeiten, die unser tägliches Leben prägen, und zeigen unvermutete Zusammenhänge auf zwischen unserem Handeln im Kleinen und seinen Konsequenzen für das große Ganze. 210 konkrete Vorschläge und Ideen, wie Bürger, Staat und Unternehmen gemeinsam den Weg zu einer zukunftsfähigeren Welt einschlagen können.
natürlich wird auch das wieder keiner lesen. aber ich hab es vorgeschlagen.
ich bin ein besserer mensch.
so, und jetzt geh ich twittern.
scherzlos. und wer unbedingt muss, darf mich sogar verfolgen. :P