"was ist Twitter für dich?" (antwort in max. 140 zeichen)
keine ahnung mehr, wie ich auf die idee kam, aber ich fand und finde sie ganz spannend. ich habe sie kurz beim @DerFloyd erwähnt und der fand sie so gut, dass er direkt mitgemacht hat. beachtet also auch unbedingt den link am schluss des beitrages. und hey - klickt auf die bilder oder namen der folgenden leute, um ihnen zu folgen. das ganze ist natürlich auch als unbedingter #FF zu verstehen. entstanden ist nämlich eine wirklich interessante zusammenstellung wunderbarer antworten.
jafa: genau. es gibt ja auch in unserer ecke immer noch verschiedene arten, twitter zu nutzen. schau nur mal uns beide an. derweil ich mit tiefschürfender sozialkritik und anspruchsvollen intellektuellen-tweets eine kleine aber sehr feine elite bediene und mit meinen knapp 450 followern immer noch independent bin, wirst du mit stammtischsprüchen und prost-tweets immer grösser und holst als teil des mainstream die breite masse ab. bei twitter hat's eben für alle platz...
floyd: Ja. Du hast Recht. Ich bilde mir da auch richtig was drauf ein! Ich habe seit dem Fame einen viel längeren Penis und habe mir außerdem diese fancy Lenkerfransen an mein Fahrrad gedübelt damit ich auch im Real Life representen kann. Ich bin die Twitter-Nutte. Euer Alptraum. Immer auf der Suche nach Sternen und Retweets. Wer mir replied wird geblockt. Wer mich als schlecht bezeichnet, wird als Spam gemeldet. Auf der Straße schreibe ich Autogramme nur auf Brüste, weil ich ein Arschloch bin und weil ich es kann! Nein. Mal im Ernst. Dass meine Tweetqualität an so manch anderen kreativen Kopf nicht heranreicht, habe ich nie bestritten. Das unterscheidet mich zumindest schon einmal von so manch Anderen. Ohne dass ich jetzt die "Elite"-Diskussion noch mal aufmachen will, sage ich dennoch: Ich sehe mich eigentlich nicht in dieser Riege (obwohl Elite auch nicht zwangsläufig eine Beleidigung sein muss). Ich habe vielleicht mehr Follower, aber Mainstream geht mir zu weit. Was kritische oder nennen wir es zynisch-satirische Kommentare zum "Twitter-Leben" angeht, halte ich mich jedenfalls nie zurück, auch wenn ich damit dem ein oder anderen mal auf die Füße pinkeln sollte. Ich habe auf Twitter einfach meinen Spaß. Wenn das den Leuten gefällt, kann ich doch nichts dafür. Das ist eher negativ für diejenigen, die sich diesen Schund antun. Daraus mache ich keinen Hehl.
jafa: ach, du lässt dich einfach nicht einfach provozieren. ich sehe das ähnlich. ich schreib einfach worauf ich grad bock habe. wie wenn ich keine follower hätte. wenn mein zeug dann anderen auch noch gefällt freut mich das natürlich. ich bin ja oft ziemlich böse und greife leser ja manchmal auch indirekt an. da gibt es schon tweets, da weiss ich, beim klicken des senden-buttons, dass sie entfolgungen nach sich ziehen werden. aber es nervt mich schon, wenn man mir folgt ohne erst in mein profil geschaut und andere tweets ausser die bei favstar gelesen zu haben.
floyd: Ich lasse mich nicht von DIR provozieren. Das ist ist der Unterschied. Aber wir sind uns ja einig. Man sollte Twitter ohnehin eben so nutzen wie man das will. Natürlich freut man sich, wenn man für einen Tweet, der Einem besonders wichtig ist auch mal den ein oder anderen Fav bekommt, aber eine Motivation nur daraufhin zu arbeiten sollte das Sterneprinzip natürlich nicht sein. Insofern kann das ganze Fav-Geschacher auch hinderlich sein. Stell dir zum Beispiel einen Tweet von dir vor, den du besonders magst, über den du nachgedacht hast oder, für den du dir besonders Mühe gegeben hast, und am Ende bekommt der wenig Favs. Ach, was rede ich.. Das kennst du ja.
jafa: ja. bei mir bekommen die, die ich selbst super find, meistens die wenigsten sterne. ich habe das übrigens früher schon mal auf twitter selbst geschrieben: ich bin der festen überzeugung, dass twitter interessanter wäre, ohne für andere einsehbare followerzahlen und vor allem ohne favstar. aber eh schnurz. hey -fürs nächste mal sollten wir uns vielleicht ein thema aussuchen, zu dem wir unterschiedliche ansichten haben. das war ja ziemlich brav hier...
floyd: Kann ich doch nichts dafür, dass du Idiot die gleichen Ansichten hast wie ich. Damit musst DU ja klar kommen. Ich sehe das als Gedankenaustausch und ja, wir wiederholen das. Wir haben ja sonst kein Leben. Tschüß!
wirklich nicht. denn wer nicht verstanden hat, dass weder "grösse", noch "elite" etwas mit followerzahlen zu tun hat, hat mehr als nur twitter nicht verstanden. wer twitter für etwas spezielleres als die restliche unterhaltungsindustrie hält, sowieso. genau wie bei film und musik bedeutet ein grosses publikum, dass es vielen leuten gefällt. nichts anderes. dass lady gaga oder die transformers weder mit qualität, noch mit anspruch zu tun haben, ist jedem klar. jeder vollidiot weiss das, aber ausgerechnet bei twitter soll man da dann elite sein? besonders absurd wird es dann, wenn leute, die grad mal ein paar monate dabei sind und nur vierstellige followerzahlen haben, weil sie von rl-busenkumpels gepusht werden, meinen, sich dazuzählen zu müssen.
aber ich schweife ab. das soll ja wirklich kein post zum thema "twitter-elite" werden. da hat man schon komplette beiträge zu so ernsthaften themen wie internetsucht fertig im kopf und dann stolpert man per zufall über sowas hier: http://orbis-claudiae.blogspot.com/2011/11/elite.html und denkt sich:
"HOW DARE YOU?"
du hast nicht mal 3000 follower und das auch nur,weil du schon seit zweieinhalb jahren dabei bist und alles, was nicht bei drei auf den bäumen ist in grund und boden chattest und setzt dich gleich mit leuten wie @einstückkäse (8000) @mcwinkel (10'000) oder @saschalobo (80'000)
sowas IST arroganz.
sogar ein @herrtutorial, der nur verblödete lifestylevideos für kiddies postet, hat 50'000 follower.
die wirklich grossen haben sich in dieser diskussion rausgehalten, oder sie wirklich lustig kommentiert. die sich wochen später noch so äussern, als hätte ihnen irgendwer ans bein gepisst, erwecken den anschein ein wannabe-star im netz zu sein, der im realen leben vergeblich nach anerkennung sucht.
weil wieder auf den ewig selben themen rumgeritten wird
eigentlich wollte ich ja etwas zum thema internetsucht schreiben. muss das aber auf nächsts mal verschieben. ich wurde nämlich wieder mal gefragt, warum ich vegetarier sei. nicht "ah cool, wielange schon?" sondern "oh. warum?"
wenn leute heutzutage immer noch fragen müssen, weshalb jemand vegetarier ist, dann haben die doch so ziemlich gar nichts verstanden. (oder wissen noch gar nichts, weil sie die falschen zeitungen lesen und die falschen tv-sender schauen)
ich bin wahrscheinlich die höchste form des egoisten, die es gibt. jeder ist für sein leben selbst verantwortlich und soll so leben, wie er am besten zurecht kommt damit. so mach ichs und so sollen es die andern machen. aus meiner sicht machen es die die andern zwar verkehrt, aber hey - wer bin ich, denen reinzureden, wie sie zu leben haben? wenn es aber mal einer drauf anlegt und mich fragt, dann sag ich halt auch meine meinung. da sag ich dann: "ja, klar, kann man sagen, das war halt schon immer so, dass alles ungerecht verteilt ist auf dieser welt - abgesehen davon, dass das kompletter blödsinn ist - kann man das sagen, oder man kann sagen okay, wenn es schon so ist, dann trage ich wenigstens daran keine mitschuld. oder zumindest zu einem wesentlich kleineren teil als du." so. dann kommen noch die üblichen rechtfertigungen und was sie denn sonst so alles tun und blah. und ich so: "ja ja, genau." es tun ja alle was. klar. einmal im monat im bio-laden einzukaufen gehört zum guten ton und ja, der hagen rether hat ja schon recht...
sagt mal, mein ich das nur, oder finden den tatsächlich plötzlich alle gut? es kommt mir echt so vor, als wäre es richtig chic geworden, den gut zu finden. und ich frage mich, wieviele von den leuten, die den gut finden fleisch essen. wie viele von denen, wenn sie im supermarkt eier kaufen, einfach die billigsten nehmen. und bei den tomaten die grössten und saftigsten. wieviele von denen coca cola trinken oder bei mc donalds essen. nike tragen oder bei H&M oder C&A einkaufen. oder bei aldi. wieviele von denen wohl shell, BP oder esso tanken? bzw. überhaupt nicht ein bisschen viel autofahren, mehr als nötig? und ich frage mich, ob die nicht mehr rtl, sat1, pro7 schauen als arte, phönix, ard. oder eventuell sogar ausschliesslich. und falls ja, woher zum teufel die denn hagen rether kennen.
schmeisst euren fernseher raus. lest bücher. lest "das neue schwarzbuch der markenfirmen" lest "uns gehört die welt!" lest "korrupte medizin" lest "domino" lest von mir aus auch "anständig essen" oder "tiere essen"
und bekannt. (nicht zu verwechseln mit berühmt und schön oder reich und sexy.)
ein halbes jahr. so lange bin ich nun auf twitter. habe 3169 tweets abgesetzt und 3001 tweets favorisiert. ich folge 178 leuten und werde selbst von 375 verfolgt. das sagt denen, die nicht twittern jetzt überhaupt nichts. mir auch nicht. weil mir sowas nämlich piepeschnurz ist. aber ein paar twitterer scheint sowas zu beschäftigen, bzw. beschäftigen die sich mit sowas. also ehrlich gesagt so ziemlich alle. followerzahlen sind immer ein thema. "hohe followerzahlen haben, aber...", "erst so kurz dabei und schon so eine hohe followerzahl..." und nicht zuletzt: "ich kann mir echt nicht erklären, wieso du so unterfolgt bist. "unterfolgt wird tatsächlich so gebraucht. am "follower friday", an dem leute zum folgen empfohlen werden, sind plötzlich alle chronisch "unterfolgt" völlig egal, ob sie nun 20, 200 oder 2000 follower haben. auch leute mit 5000 followern sind unterfolgt. und ich sowieso. aber im gegensatz zu denen weiss ich,weshalb ich ach so unterfolgt bin: primär, und daraus leiten sich die folgenden unterpunkte ab, aus der kombination von "1. weil ich es nicht darauf anlege möglichst viele follower zu haben." und "2. weil ich ein ziemlich ausgefülltes reales leben habe."
zu eins: würde ich viele follower wollen, würde ich a) ganz, ganz vielen leuten folgen. ausser den grossen folgt bestimmt jeder 3. aus anstand, falschem pflichtgefühl oder wegen "twitter nicht verstanden" zurück. ich könnte sogar wochen später wieder viele davon entfolgen, ohne selbst gleichviele follower zu verlieren. ich müsste b) lediglich die leute, denen ich folge ab und an mal nett erwähnen oder sogar etwas per "direct message" mit ihnen chatten. schwuppdiwupp würde ich empfohlen werden wie blöd und jeden freitag wieder viele neue follower haben. wenn ich dazu noch c) alte sprüche von fun-seiten umkrempeln und posten würde, hätte ich bestimmt schon ein- bis zweitausend follower. mit d) einem sexy weiblichen avatar schon über das doppelte inklusive promis wie MC Winkel oder nils ruf (10'000 bzw. 25'000 follower). und das ist keineswegs spekulation. dem furzaccount @2_Ex_Missen folgen die beiden jedenfalls. das ganze ist genauso durchschaubar und langweilig wie früher schon die foren. nur, dass es hier keine teenies sind, die ihre soziale inkompetenz im netz zu kompensieren suchen, sondern erwachsene menschen mit erziehungsaufgaben. jedenfalls behaupten sie das. behaupten kinder zu haben. aber trotzdem sind alle singles und haben alle zeit der welt um ihr leben am comp zu verdaddeln. um zu replien und zu chatten und empfohlen zu werden und fünftausend follower zu haben und ebensoviele freunde auf facebook. reicht ja auch.